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Cirque du soleil Paramour

Cirque du Soleil Paramour

Cirque du Soleil steht für Zirkus der Extraklasse. Ein Musical in Kombination mit Cirque du Soleil verspricht deshalb eins mit Garantie: Spannung pur!

Cirque du Soleil war mir zwar schon lange ein Begriff, jedoch habe ich noch nie eine Show gesehen. Da ich aber ein großer Artistikfan bin, konnte ich mir eine Cirque du Soleil-Show sehr gut vorstellen. Das jedoch gepaart in einem Musical? Vage entstanden Bilder in meinem Kopf, die aber bei Weitem nicht an das fulminante Spektakel herankamen, das mich in Hamburg bei Cirque du soleil Paramour erwartete.
Paramour
Joey und Indigo. Foto: John Davis

Story

Zu Beginn war ich gespannt, ob es überhaupt eine klassische Story gibt, und war umso begeisterter, als ich feststellte, dass es nicht nur eine gab, sondern diese in den Goldenen Zwanzigern spielt. Ich finde die Zeit, extrem spannend und begab mich nur zu gerne auf eine Zeitreise, in den Filmstudios der guten alten Zeit. Regisseur AJ ist sein aktuelles Filmstarlet abgesprungen, weshalb er einen neuen Star braucht – und in der wunderschönen Mildred, findet. AJ bringt Mildred als Kunstfigur Indigo groß heraus – sehr zum Bedauern von Joey, einem jungen Komponisten und besten Freund von Mildred. Zwar gönnt er ihr das Glück aus vollstem Herzen, sieht jedoch auch die Habgier von AJ. Für wen wird sich Indigo aber am Ende entscheiden?

Musik

Die Musik erinnert mich, ebenso wie die Story, an einigen Stellen an den Oscar gekrönten Filmhit „La La Land“. Die 20er Jahre sind die Zeit von pompösen Arrangements und gleichzeitig kleinen, stillen Liebesliedern. In der einen Minute ist die Bühne voll mit tanzenden Darstellerinnen, Akrobaten die durch die Luft wirbeln und einem singenden Hauptdarsteller. In der anderen Minute sitzt Joey alleine am Klavier und singt eine leise Melodie vor sich hin. Es ist die Musik eingebettet in die Geschichte und gepaart mit wundervollen Akrobatiknummern, die den Zuschauer aus dem Staunen nicht mehr herauskommen lassen.

Cirque du soleil Paramour
Akrobatik an den Laternen. Foto: John Davis

Darsteller

Pascale Aleardi

Das Gesicht kenne ich doch, war mein erster Gedanke, als ich den charismatischen Darsteller auf der Bühne erblickte. In der Tat in Aleardi vielen aus dem Fernsehen bekannt, doch er kann nicht nur schauspielern, sondern auch singen. Perfekt passt er sich der Rolle des ruhmsüchtigen Regisseurs AJ an. Der Zuschauer versteht jedoch ab der ersten Sekunde, warum Indigo seinem Charme erliegt. Es ist seine lockere Art, die einen glauben lässt, man erreiche alles mit ihm gemeinsam. Eine perfekte Besetzung.

Anton Zetterholm

Anton Zetterholm ist den meisten Musicalbesuchern nicht zuletzt aus seiner Paraderolle Tarzan ein Begriff. Auch diese Rolle scheint wie auf sein Leib geschnitten. Den etwas schüchternen Pianisten Joey verkörpert Zetterholm so glaubwürdig, dass man ihm am liebsten in jeder Minute einen Schubs geben möchte, um Indigo für sich zu gewinnen.

Vajèn van den Bosch

Mein absolutes Highlight in Cirque du soleil Paramour, neben den Artisten, war van den Bosch. Bisher habe ich noch nichts von der bezaubernden Darstellerin gehört, bin mir jedoch sicher, dass sich dies in Zukunft noch stark ändern wird. Van den Bosch ist wie gemacht für die Rolle der aufstrebenden Schauspielerin Indigo. Ihre Stimme ist unglaublich voluminös und begeistert auf ganzer Linie. Der Zuschauer nimmt ihr die leichte kindliche Naivität, mit der sie AJ alles glaubt, sofort ab. Vielleicht ist es auch der „American Dream“, den sich jeder für die junge Schauspielerin wünscht: Von einer völlig Unbekannten zum Topfilmstar. Wer würde da nicht ins Träumen gelangen?

Cirque du soleil Paramour
Die Akrobaten stellen die Dreiecksbeziehung zwischen Joey, AJ und Indigo dar. Foto: John Davis

Akrobaten

Hier will und kann ich keinen hervorheben, denn was das Ensemble auf der Bühne zeigt, ist atemberaubend. Parallel zu den Darstellern stellen die Artisten in grandiosen Nummern die Gefühlslage der Protagonisten dar. Besonders herausragend ist hier das Lied von AJ, Joey und Indigo im zweiten Akt. Ein weiteres Highlight war für mich eine „Filmszene“, in der zahlreiche Türen nacheinander geöffnet werden und die gesamte Choreographie parallel zueinander geschieht. Ganz großes Kino, dass man einfach gesehen haben muss, um die wahre Schönheit zu begreifen.

Fazit

Welch ein Stück! Zwischendurch ertappe ich mich dabei, dass ich mit aufgerissenen Mund auf die Bühne starre und vor Spannung fast vergesse, zu atmen. Was die Artisten ohne Netz und doppelten Boden dort abliefern, ist wirklich klasse. Das gepaart mit der Dreiecksgeschichte um AJ, Indigo und Joey lässt mich am Ende des Abends nur noch staunend zurück. Cirque du Soleil Paramour ist eine ganz neue Klasse von Musical, die den Zuschauer mit allen Sinnen fesselt. Entertainment auf höchstem Niveau!

Alle Fotos: John David / Stage Entertainment

Werbung durch Presseeinladung

Sarah Weber ist als Journalistin und Bloggerin am Niederrhein unterwegs. 2015 hat sie ihren 2-Fach-Master in Germanistik und Niederlandistik an der Universität Duisburg-Essen abgeschlossen und ist seitdem wieder in ihrer Heimatregion unterwegs. Neben dem Schreiben engagiert sich die Wahlmoerserin auch in der lokalen Kulturszene. Auf ihrem Blog entdeckt die Journalistin die Schönheiten ihrer Heimat und lässt ihre Leser an ihrem Leben teilhaben. Mal ernsthaft, mal amüsant, aber zu 100 Prozent immer authentisch und mit Freude an ihrer Passion - dem Schreiben.