Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg – Jenny Colgan

Er ist wieder da! Neil, der kleine Papageientaucher und natürlich auch seine Besitzerin Polly. Auf geht’s wieder nach Südengland!

Schon vom ersten Roman “Die kleine Bäckerei am Strandweg” war ich begeistert. Eine Bäckerin, die sich im schönen Südengland, auf der Insel Mount Polbearne mit einer kleinen Bäckerei selbstständig macht – welch tolle Geschichte für eine passionierte Hobbybäckerin. Neben Polly, die sich im ersten Band an das Leben auf der Insel gewöhnen musste, wuchs mir vor allem ihr Papageientaucher Neil sehr ans Herz. Welch Freude also, dass Neil auch im zweiten Teil wieder dabei ist. Neben ihm ist auch Pollys Freund, Huckle, wieder genauso dabei, wie alle anderen Einwohner der Insel. Im neuen Roman muss Polly mit vielen Widrigkeiten kämpfen: Sie verliert ihre geliebte Bäckerei und nicht genug, dass Huckle deswegen nach Amerika zum Geld verdienen muss, sondern auch ihr geliebter Papageientaucher Neil muss abgegeben werden, denn schließlich kann Polly nicht ewig einen Papageientaucher als Haustier halten, oder?

Vorweg sei gesagt, wenn ich den ersten Roman der kleinen Bäckerei schon toll fand, hat Colgan mich mit diesem Roman mitten im Herzen getroffen. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen und habe mich jeden Tag wie ein kleines Kind auf meine Lesezeit abends gefreut. Gab es denn noch etwas zu erzählen? Ohja, Colgan hat sich eine wundervolle weitere Geschichte für ihre Protagonistin Polly ausgedacht. Aber, was mir bereits am ersten Roman gefiel, es ist nicht immer alles nur Freude und Sonnenschein. Die Autorin beschreibt das Leben, wie es ist. Mit allen Problemen, die dazugehören. Im ersten Band starb ein Fischer namens Tarnie. Dieses furchtbare Erlebnis ist im zweiten Band noch spürbar. Mich überkam eine Gänsehaut, als ich las, was Polly zu Tarnies Frau, Selina sagte: “Tarnie… dein Ehemann … steckt auf dieser Insel nämlich in jedem einzelnen Stein. In jedem Ziegel. Hier kannst du den ganzen Tag über ihn sprechen, wenn du willst, weil ihn jeder kannte und ihn alle mochten.”

Genau das macht die charmante Insel aus. Man steht zueinander, man hilft. Und bei der Neugründung ihres neuen Geschäftes helfen die Inselbewohner deshalb natürlich auch. Ein neues Lebensfeuer erwacht in Polly und fortan fühlt sie wieder “die tiefe, reine Glückseligkeit eines Menschen, der den Hunger anderer mit guten, natürlichen, hausgemachten Lebensmitteln stillt.” Besonders spannend und authentisch beschrieben war der Sturm, der die Insel an einem Abend heimsuchte. Ich hatte das Gefühl, mitten auf der Insel zu sein und gemeinsam mit den Einwohner dem Sturm zu trotzen. Bleibt also abschließend nur die Frage: Wie wird es mit Huckle und Polly weitergehen? Und bleibt Neil’s Nachwuchs bei Polly?

Fazit: Ein traumhafter Sommer in unserer geliebten Bäckerei – aufregend, gefühlvoll und mit dem Geschmack von selbst gebackenem Brot auf den Lippen.