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5 Tipps für deinen Besuch in Groesbeek

Die blühende Heide, das Streben nach Freiheit und eine Fahrt mit der Draisine – das alles gibt es einen Katzensprung vom Niederrhein entfernt in der niederländischen Gemeinde Groesbeek.

Manchmal reicht ein Tagesausflug, um einmal durchzuatmen und neue Energie zu sammeln. Aber auch, um neue Eindrücke zu gewinnen, die zum Nachdenken anregen. Groesbeek gehört zur Provinz Gelderland und befindet sich direkt an der deutschen Grenze. Die perfekte Entfernung für ein dagje uit und hier kommen meine Tipps für Groesbeek für euch:

1. Spaziergang in der Heide

Schon seit Ewigkeiten haben mein Mann und ich uns gewünscht, die Heide mal zur Blütezeit zu sehen. Irgendwie waren wir immer in Monaten vor oder nach der Blüte dort unterwegs, aber dieses Mal haben wir den perfekte Zeitpunkt erwischt. Von Mitte August bis Mitte September kommt ihr in den Genuss der Farbenpracht und die Mookerheide in Groesbeek eignet sich perfekt für einen Spaziergang.

Mehrere Routen führen euch durch die Heidelandschaft und je nach Lust und Laune könnt ihr wählen zwischen einem kleinen Spaziergang oder einer längeren Wanderung. Direkt an dem Naturgebiet gibt es auch Parkplätze, auf denen ihr das Auto stehen lassen könnt. Wir waren eine Stunde in der Mookerheide unterwegs und konnten uns an den wunderschönen Violett-Tönen kaum sattsehen.

2. Besuch im Herberg Restaurant ‘t Zwaantje

Zum Ende des Spaziergangs begann unser Magen zu knurren. Gut, dass es in Groesbeek zahlreiche Möglichkeiten zum Einkehren gibt. Wir haben uns für das Restaurant ‘t Zwaantje entschieden, das nur 5 Minuten von der Mookerheide entfernt ist.

Zur Lunchzeit habt ihr die Auswahl zwischen verschiedenen Kleinigkeiten, und wenn ihr euch, wie ich, nicht entscheiden könnt, gibt es auch eine Lunchplatte mit verschiedenen Kleinigkeiten. Die Pilzsuppe war so cremig und lecker und zusammen mit den Broodjes die perfekte Stärkung!

Tipp: Ihr könnt bei ‘t Zwaantje auch übernachten, wenn ihr ein Wochenende in Groesbeek plant! Besonders die Buitenhotelkamers, direkt im Grünen haben es mir angetan!

3. Besuch im Vrijheidsmuseum

Ganz besonders überrascht waren wir, als wir am Vrijheidsmuseum ankamen und festgestellt haben, dass es bis zum 16. September noch eine ganz besondere Ausstellung im Außenbereich gibt: die Colorfield Performance. 300 Maler*innen haben insgesamt 336 Leinwände zum Thema „Frieden und Freiheit“ gestaltet. Ein beeindruckendes Gemeinschaftskunstwerk ist entstanden und nicht nur bei einem Bild dachte ich mir: Das würde ich gerne haben!

Nach der bunten Kunstaustellung ging es für uns in das Vrijheidsmuseum. Ich muss gestehen, ich war sehr gespannt, was uns erwartet. Wie würde die Geschichte des zweiten Weltkrieges, die uns in der Schule immer wieder gelehrt wurde, auf der anderen Seite der Grenze erzählt werden? Was würden die Bilder mit mir machen? Konnte ich das alles „aushalten“?

Das Vrijheidsmuseum legt seinen Schwerpunkt auf Demokratiebildung. Es geht natürlich auch darum, abzubilden, wie der zweite Weltkrieg verlaufen ist, aber immer wieder wird multimedial auch gezeigt, wie es überhaupt zu diesem Krieg kam – und wie es danach weiterging. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen zudem Geschichten von weniger bekannten Personen. Alle Texte sind übrigens auf Englisch, Niederländisch und Deutsch!

Insbesondere diese Geschichten waren es auch, die mir sehr nahe gingen. Die persönlichen Schicksale von Menschen, die nichts falsch gemacht haben und doch auf einmal in einem Krieg steckten, den sie zu großen Teilen nicht wollten. Die Vorstellung, was kleine Kinder ertragen mussten, hat mir fast die Luft abgeschnürt. Ich gebe zu, dass ist kein leichtes Thema, aber trotzdem unglaublich wichtig.

Am Ende der Ausstellung dürfen die Besucher*innen auf eine Tafel schreiben, was Freiheit für sie bedeutet. Freiheit, die für uns so selbstverständlich ist, obwohl wir wissen, dass sie in einigen Teilen der Welt eben nicht (mehr) selbstverständlich ist und für einige Menschen auch nicht. Ich habe Demut empfunden bei dem Gedanken, wie gut es mir geht. Wie frei ich leben kann. Und vielleicht ist genau das manchmal wichtig: uns zu zeigen, was wir haben, aber auch, was wir verlieren können.

4. Appeltaart im Boscafe Merlijn 

Nach dem Museumsbesuch war es still im Auto. Wir hingen unseren Gedanken nach. Gar nicht so einfach, wieder in den „Alltag“ hineinzufinden. Deshalb verschlug es uns ins Boscafé Merlijn. Ein Ort, mitten in der Natur. Wo Hühner frei herumlaufen, wo alles blüht und jede*r sich willkommen fühlen darf. Und wo es den besten Apfelkuchen gibt, wie ich bei meiner Recherche gelesen habe. Und was soll ich sagen: er war wirklich himmlisch. Allein deshalb werde ich wiederkommen!

5. Fahrt mit der Draisine

Seid ihr schonmal mit einer Draisine gefahren? Ich mittlerweile mehrfach und ich bin immer wieder begeistert! Von Groesbeek aus könnt ihr nach Kranenburg oder Kleve fahren. Also auch wieder eine Fahrt über die Grenze hinweg – und doch ist eben jene Grenze kaum spürbar. Die Natur verbindet die beiden Länder und das Gefühl von Freiheit, wenn der Wind einem um die Nase pustet ist herrlich! Eine absolute Empfehlung, die euren Ausflug perfekt abrundet und definitiv zu meinen Tipps für Groesbeek gehört.

Wollt ihr noch mehr Ideen haben, was man am Niederrhein oder anderswo machen kann? Die nächsten Ideen stehen schon und es wird bald neue Blogposts geben. Folgt mir gern auf Instagram und Facebook und erfahrt, wenn es etwas Neues gibt. Bis bald!

Werbung durch Einladung und Bezahlung: Ich wurde vom Vrijheidsmuseum zu diesem Aufenthalt eingeladen.

Sarah Weber ist als Journalistin und Bloggerin am Niederrhein unterwegs. 2015 hat sie ihren 2-Fach-Master in Germanistik und Niederlandistik an der Universität Duisburg-Essen abgeschlossen und ist seitdem wieder in ihrer Heimatregion unterwegs. Neben dem Schreiben engagiert sich die Wahlmoerserin auch in der lokalen Kulturszene. Auf ihrem Blog entdeckt die Journalistin die Schönheiten ihrer Heimat und lässt ihre Leser an ihrem Leben teilhaben. Mal ernsthaft, mal amüsant, aber zu 100 Prozent immer authentisch und mit Freude an ihrer Passion - dem Schreiben.

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