Rabat – die Geheimnisse der marokkanischen Hauptstadt

Bunt, laut, temperamentvoll und das Tor zu Marokko: Willkommen in Rabat!

Ich war bisher selten außerhalb Europas unterwegs. Um genau zu sein, nur einmal in den USA. Als ich also von meinem Arbeitgeber gefragt wurde, ob ich eine Pressereise in Kooperation mit  dem Airport Weeze machen möchte und zudem die Möglichkeit bestand, nach Marokko zu reisen, war ich sofort Feuer und Flamme.

Schon im Vorfeld recherchierte ich, um eine leise Ahnung zu haben, was mich in Rabat erwarten würde. Ganz wichtig, denkt frühzeitig daran, einen Reisepass zu beantragen, beziehungsweise zu überprüfen, ob euer noch gültig ist, denn ohne Reisepass könnt ihr nicht nach Marokko reisen. Was das Geld umtauschen angeht, wurde uns auch empfohlen, dies vor Ort zu machen, da man nur einen sehr kleinen Betrag ein- und ausführen darf. Alle Vorbereitungen waren also getroffen und es ging los nach Afrika!

It’s time for Africa!

Am Flughafen Rabat angekommen, bemerkten wir schnell den Temperaturunterschied. Während es in Deutschland doch langsam herbstlich wurde, war es in Marokko noch angenehm warm. Bevor man zur Passkontrolle kommt, sollte man sich am Flughafen direkt ein weißes Zettelchen für die persönlichen Daten nehmen und ausfüllen, denn dieses muss zusammen mit dem Pass abgegeben werden (Achtung, auch beim Rückflug muss dieses Prozedere wiederholt werden). Durch die Passkontrolle durch, kam die Frage auf, wie wir in die Hauptstadt kommen würden. Im Internet gab es dazu nicht so richtig etwas zu finden, aber vor Ort klärte sich das Problem schnell. Am Flughafen stand ein Bus, der alle zum Hauptbahnhof brachte. Umgerechnet haben wir 3,70 Euro für zwei Personen gezahlt. Ansonsten kann man sich auch ein Taxi nehmen, dafür zahlt man umgerechnet circa 15 Euro.

Ein Besuch der Medina

Unser Marokkotrip fing direkt mit dem Besuch der Medina an, denn unser Hotel, ein landestypisches Riad, lag in der Medina. Die Eindrücke, die auf mich einprasselten, waren beeindruckend. Es war bereits dunkel und die verschiedenen Stände waren hell erleuchtet. Überall waren zahlreiche Menschen. Es war laut. Verschiedenste Gerüche zogen durch die Luft. Die Aufmerksamkeit aller war mir zudem auch gesichert. Ich hatte im Vorfeld bereits gelesen, dass Rabat westlich geprägt ist und die Menschen es gewohnt sind, westlich gekleidete Touristen zu sehen. Mit meinen hellblonden Haaren war ich jedoch trotzdem ein ziemliches Unikat, was mir teilweise sehr unangenehm war. Dazu aber später mehr. Nach diesen ersten Eindrücken fielen wir müde vom Tag und der Anreise (der Flug dauert circa 3 Stunden und es gibt eine Stunde Zeitverschiebung) ins Bett.

Frühstück in unserem Riad in Rabat.

Pünktlich um 5.50 Uhr wurde am nächsten Morgen mein Schlaf schlagartig unterbrochen. Ich fiel fast aus dem Bett und war vollkommen verwirrt, bis ich zuordnen konnte, was ich da vernahm: den Ruf des Muezzins. Fünfmal am Tag erklingt er und ruft so die Muslime zum Gebet auf. An den anderen Tagen haben wir ihn noch wahrgenommen, aber nicht mehr so stark, wie an jenem ersten Morgen. Passend zur frühen Uhrzeit erklang gleich darauf ein Hahn und mit dem Schlaf war es daraufhin für mich vorbei. Neugierig auf die neue Stadt und die neue Kultur starteten wir, nach einem ausgiebigen Frühstück mit landestypischen Speisen in den Tag.

Egal wo ich bin, wenn ein Meer in der Nähe ist, zieht es mich als Erstes dorthin. So gingen wir auch am Morgen als Erstes dorthin. Rabat verfügt über einen eigenen Stadtstrand, der allerdings leider ziemlich vermüllt ist und nicht wirklich zum Baden geeignet und genutzt wird. Für einen Spaziergang ist er aber trotzdem zu empfehlen. Vom Leuchtturm aus hat man einen wahnsinnig beeindruckend Ausblick auf den riesigen Friedhof Rabats. So etwas habe ich so noch nie gesehen.

Der Friedhof von Rabat.

Wenn man ein Stück weiter läuft, gelangt man direkt zur Kasbah des Oudayas. Diese alte Festungsstadt ist in den folgenden Tagen mein Lieblingsort in Rabat geworden und wir waren mindestens einmal am Tag dort. Die Häuser innerhalb der alten Festung sind alle blau angestrichen, was ihnen nicht nur einen maritimen Flair verleiht, sondern wunderschön aussieht.

Eine Gasse in der Kasbah des Oudayas.

Wenn man die engen Gassen entlang läuft, kommt man am Ende auf eine Aussichtsplattform, von der man einen tollen Blick auf das Meer und den Bou-Regreg, einen Fluss, der durch diesen Teil von Marokko fließt, hat. Weiter unten an der Festung befindet sich zudem der Eingang zu einem wunderschönen Garten. Eine wunderschöne, ganz eigene Welt.

Verschiedene Häusertüren der Kasbah des Oudayas.

In der Mittagssonne ist uns eines sehr schnell aufgefallen: Jeans sind nicht die optimale Bekleidung für die marokkanische Sonne. Im Ernst, mittags wurde es sehr warm und da wir trotzdem nicht zu freizügig herumlaufen wollten, hatten wir T-Shirts und Jeans eingepackt. Bei 27 Grad haben Jeans allerdings die nervige Angewohnheit, ziemlich arg zu kleben. Mein Tipp: Entweder ihr nehmt direkt von zu Hause weite Haremshosen mit oder kauft euch einfach welche vor Ort. Luftige Kleidung ist bei diesen Temperaturen enorm von Vorteil.

Taxi fahren in Rabat

Wie wir es von unseren anderen Städetrips in Eckernförde oder im anderen Holland gewohnt waren, sind wir viel gelaufen. Oftmals waren wir allerdings die einzigen Touristen weit und breit, was uns schon etwas komisch vorkam. Natürlich waren wir nicht in der Hauptsaison in Rabat, aber das so niemand zusehen war, kam uns dann doch etwas komisch vor. Des Rätsels Lösung lautet Taxis! Überall sieht man die blauen und weißen Fahrzeuge herumfahren und ständig halten sie irgendwo, laden Leute aus und wieder neue rein.

In Rabat fährt man mit dem Taxi. Für kleine Strecken nicht unbedingt notwendig, aber für die längeren Strecken wirklich ratsam, zumal eine Taxifahrt wirklich sehr günstig ist (umgerechnet haben wir zum Beispiel von der Chellah, der Totenstadt, zurück zur Medina zwei Euro gezahlt. Wichtig: Ihr werdet von den Taxifahrern regelmäßig angehupt. Damit versuchen sie, eure Aufmerksamkeit zu bekommen und zu zeigen, dass sie “frei” sind. Ihr müsst dann nur die Hand heben oder Blickkontakt aufnehmen und schon hält das Taxi. Anschnallen ist übrigens vollkommen überbewertet. Überhaupt ist der Straßenverkehr etwas anders als bei uns. In großen Kreisverkehren stehen Polizisten, die den Verkehr zusätzlich leiten. Über die Straße wird einfach gegangen und Zebrastreifen – verlasst euch besser nicht drauf!

Störche in der Chellah.

Wer Rabat besucht, sollte definitiv auch die bereits erwähnte Chellah besuchen. Gerade nach dem Gewühl und Trubel der Medina und des Straßenverkehrs ist die Chellah ein Ort der Ruhe. Kein Wunder, ist es doch auch eine Totenstadt. Zahlreiche Ruinen zeigen, wie es in der Totenstadt vor langer Zeit mal aussah und besonders toll ist die Ansiedlung der Störche. Egal, wo man hinläuft, immer wird man von Störchen begleitet. Wer eine kleine Pause braucht, für den ist die Chellah genau der richtige Ort.

Der Hassan-Turm mit den zahlreichen Säulen auf dem Vorplatz.

Weiter ging es dann zum Hassan-Turm. Dieser Turm wurde Ende des 12. Jahrhunderts erbaut und nicht fertiggestellt, was man auf den ersten Blick aber gar nicht vermutet. Beeindruckend liegen vor dem Turm zahlreiche Säulen und sind natürlich ein gern genommenes Fotomotiv. Auf der anderen Seiten des Platzes befindet sich direkt das Mausoleum für Mohammed V. Vier Wachen stehen an den vier Eingängen und lassen sich auch gerne mit den Besuchern fotografieren. Innen drin erwartet die Besucher eine wunderschöne Kuppel und man kommt sich vor, wie in 1001 Nacht.

Der Bou-Regreg.

Über das vermeintliche “Anders sein”

Unsere Abende haben wir in der Regel immer am Bou-Regreg ausklingen lassen. Über die Promenade zu laufen, dem Treiben der Boote auf dem Bou-Regreg zuzuschauen und die Katzen zu beobachten, hatte immer etwas sehr Entspannendes als Ausklang für den Tag. Aber auch hier, wie ich bereits zu Beginn erwähnte, stand ich meist im Mittelpunkt des Geschehens. Ich muss wirklich sagen, dass es mir teilweise sehr unangenehm war, wie ich angestarrt wurde. Natürlich ist es vollkommen verständlich, da es für die Marokkaner einfach sehr ungewöhnlich ist, einen Menschen mit so hellen Haaren zu sehen, dennoch fühlte ich mich teilweise unwohl, was dazu führte, dass ich viel über das vermeintliche “Anders sein” nachdachte.

Wie mögen sich Marokkaner bei uns in Deutschland fühlen? Oder Afrikaner an sich? Haben sie vielleicht auch das Gefühl, ständig angestarrt zu werden? Mich hat es erneut bestätigt, dass das “Andere” für mich einfach normal zum Leben dazugehört und ich in Zukunft auch (noch mehr als eh schon) darauf achten werden, Menschen, die vermeintlich anders sind, nicht länger als andere anzuschauen, denn ich weiß jetzt genau, wie unwohl man sich ansonsten schnell fühlt. Und das ist unnötig, denn im Herzen sind wir alle gleich.

In diesem Sinne, packt eure sieben Sachen und geht raus die Welt entdecken. Rabat wird mit Sicherheit nicht mein letzter Marokkotrip gewesen sein!

*Werbung durch Pressereise und Kooperation mit dem Airport Weeze