Wildrosensommer – Gabriella Engelmann

Gabriella Engelmann gehört zu meinen deutschen Lieblingsautorinnen. Von daher war vollkommen klar, dass ich auch ihren neusten Roman lesen muss.

In “Wildrosensommer” geht es um Aurelia, die mit ihren beiden Töchtern Louisa und Molly anfangs in München lebt. Ihr Mann, Nic, ist vor zwei Jahren spurlos verschwunden, was die kleine Familie immer noch beschäftigt, vor allem Aurelia. Die Frage, was mit ihm passiert ist, bringt die Familie zu einem Hausboot in die Vier- und Marschlande. Doch wird Aurelia da finden, wonach sie sucht?

Ich muss gestehen, dass ich anfangs etwas skeptisch war, was diesen speziellen Roman von Engelmann angeht. Viele ihrer Romane spielen an der Nordsee, weswegen sie bei mir immer direkt mitten ins Herz treffen. Dieser Roman lag schon etwas länger bei mir zu Hause auf meinem “Must-Read-Stapel”, aber irgendwie habe ich mich schwer damit getan, anzufangen. Das lag vor allem auch daran, dass ich durch andere Rezensionen bereits wusste, dass es um Aromatherapien und Auren sehen geht. Ich hatte die Befürchtung, dass der Roman mir zu sehr in eine esoterische Richtung gehen könnte. Nach den ersten Seiten war ich auch erst etwas zweifelnd, als Aurelia tatsächlich die erste Aura an einer Person wahrnimmt. Ebenso ließ mich die Geschichte um Nic zweifeln, der starke Depressionen hatte und auf einmal spurlos verschwunden war. Wollte ich nicht eher einen Roman, den ich abends zum Einschlafen und in der Badewanne lesen kann? Ich bin unglaublich froh, dass ich weitergelesen habe. Engelmann lässt zwar immer wieder Tipps aus der Aromatherapie einfließen, schafft es aber, dass der Leser immer mehr Interesse an diesen Tipps entwickelt. Zudem ist es keinesfalls ein Roman, der schlechte Stimmung verbreitet, im Gegenteil, Engelmann greift das Thema “Depression” zwar auf, lässt daneben aber auch den weiteren Handlungssträngen ihren, oftmals auch amüsanten und heiteren, Lauf. So bin ich ein totaler Fan der Figur “Coco”, die Aurelia mit ihrer lebenslustigen Art unter die Arme greift.  Ich konnte den Roman nach Kurzem kaum noch aus den Händen legen und habe das letzte Drittel beinahe verschlungen, weil ich wissen wollte, was denn nun mit Nic geschehen ist und ob Aurelia in Stefan, einem Rosenhändler von einem benachbarten Hof, ihre neue Liebe findet.

Fazit: Manchmal lohnt es sich, über seinen Schatten zu springen und man entdeckt Wunderbares.

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