Die kleine Bäckerei am Strandweg – Jenny Colgan

Per Zufall entdeckte meine Schwester dieses Buch mit dem süßen Café auf dem Cover. Da wir beide eine Vorliebe fürs Backen haben, war direkt klar, dass dieses Buch auf meine Wunschliste muss.

Die Geschichte von der kleinen Bäckerei am Strandweg beginnt in Dorset. Dort wohnt die Protagonistin Polly, die jedoch zusammen mit ihrem Freund bankrottgegangen ist und deswegen ganz von vorne anfangen will. Da sie sich eine Wohnung in Dorset nicht mehr leisten kann, zieht sie auf eine kleine Insel namens Mount Polbearne. Dort gibt es nicht wirklich viel, außer die Angler und eine bitterböse Vermieterin, die Polly das Leben schwer macht. Nach und nach findet Polly jedoch nicht nur den Glauben an die Liebe zurück, sondern auch zu ihrer neuen Berufung: Dem Backen.

Eine Geschichte, die im Süden Englands in einer kleinen Bäckerei spielt, wie herrlich. Die Anfänge auf der Insel sind für Polly alles andere als leicht und Colgan beschreibt die schöne, aber auch einsame Insel so authentisch, dass der Leser am liebsten Polly besuchen fahren möchte, um ihr Gesellschaft zu leisten. Nach und nach wird auch deutlich, warum Pollys Vermieterin so griesgrämig ist und der Leser bekommt dadurch Einblicke in das Leben der Seemannsfrauen, die immer mit dem Gefühl leben müssen, dass sie ihre Männer nicht mehr wiedersehen. Als dann auch wirklich ein Unglück geschieht, ist Polly außer sich und dem Leser verschlägt es die Sprache. Wer hätte damit bei solch einem romantischen Roman gerechnet? Die Art und Weise wie Colgan Pollys Leben und Sich-Neu-Finden beschreibt, ist sehr gelungen und verleitet den Leser in Tagträume abzutauchen. Wer wollte nicht auch schon mal wegziehen und anderswo ganz neu anfangen? Wer genießt es nicht auch ab und an mal, an einem fremden und einsamen Ort in Ruhe zu sein? Colgan hat für ihren Roman die richtige Mischung aus Fernweh, Neuanfang und Altbewährtes verwendet, sodass der Leser eine wahre Freude daran hat, Pollys Geschichte zu verfolgen. Einziger Minuspunkt ist für mich das schnell herbeigeführte Ende. Während der Roman ausführlich Pollys verschiedene Etappen beschreibt, wird die Geschichte zum Ende hin etwas “Hopplahopp” beendet.

Fazit: Ein schöner Roman mit südenglischem Flair.