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Miss Saigon UK-Tour

Miss Saigon ist die Geschichte einer Liebe, die in den Wirren des Vietnamkriegs entsteht und tragisch endet.

Schon seit Jahren  waren die wunderschönen Melodien des Erfolgsmusicals von Boublil und Schönberg Teil meiner Musicalwelt. Schon bei Les Misérables im letzten Jahr war ich absolut begeistert von der Musik. Als Miss Saigon damals in Stuttgart spielte, war ich noch zu klein, um es mir anzusehen. Umso erfreuter war ich, als ich las, dass die UK-Produktion auf ihrer Tournee einen Stopp in Köln einlegt.

Willkommen im „Dreamland“. Foto: Johan Persson

Story

Die Geschichte von Miss Saigon spielt zurzeit des Vietnamkriegs. Ein amerikanischer GI namens Chris und ein vietnamesisches Mädchen namens Kim verlieben sich trotz aller Widrigkeiten ineinander. Schon bald muss Chris allerdings zurück. Er will Kim um jeden Preis mitnehmen, doch es kommt anders, als beide denken. Daraufhin lebt Kim ihr Leben mit ihrem kleinen Sohn Tam alleine weiter in Vietnam und Chris verliebt sich neu in Amerika in Ellen. Bis zu dem Tag, an dem sich die beiden wiedersehen.

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Musik

Die Musik von Miss Saigon ist ein Traum. Im Vorfeld war mir vor allem „Die letzte Nacht der Welt“, das zentrale Liebeslied des Musicals, ein Begriff. Nach wie vor finde ich dieses Lied auch wunderschön, musste jedoch feststellen, dass das Musical noch so viele weitere tolle Hits hat. Ganz besonders angetan haben es mir die Lieder „Mein Gott warum“ und „Bui Doi. Da das Stück eine UK-Produktion ist, ist die komplette Geschichte als auch die Musik auf Englisch, was ich allerdings als nicht problematisch fand – die Melodien sind ja die Gleichen und der Text wirkt im Englischen noch wesentlich harmonischer. Für alle, die die Sprache jedoch nicht so gut können: Zwei Tafeln zeigen die deutsche Übersetzung an.

Der letzte Hubschrauber mit GIs verlässt Vietnam. Foto: Johan Persson.

Darsteller

Die Darsteller waren für mich alle komplett unbekannt, umso gespannter war ich auf sie. In den Hauptrollen sind Sooha Kim als Kim, Ashley Gilmour als Chris und Leo Tavarro Valdez als Engineer zu sehen. In weiteren Rollen zu sehen sind Elana Martin als Ellen und Ryan O’Gorman als John.

Sooha Kim und Ashley Gilmour

Sooha Kim verkörpert sehr glaubwürdig das unsichere Mädchen, das sich nicht wohl dabei fühlt, ihren Körper zu verkaufen. Gerade die positive Einstellung, die sie bis zum Ende des Stückes beibehält und der Glaube an Chris‘ Liebe stellt die Asiatin so überzeugend dar, dass der Zuschauer bis zum Schluss mit ihr mit fiebert. Die Rolle des jungen GIs wird von Ashley Gilmour umgesetzt. Der Zuschauer spürt nahezu, in welcher Verzweiflung er steckt, als er Kim zurück in Vietnam lassen muss. Besonders herausragend ist neben seinem Schauspiel auch sein Gesang. Bei „Why God“ hatte ich Tränen in den Augen. Ein wundervolles Hauptdarstellerpaar.

Ryan O’Gorman und Elana Martin

Beide haben zwar kleinere, aber nicht desto trotz weniger wichtige Rollen. Ryan O’Gorman habe ich erst im zweiten Akt richtig wahrgenommen, was auch daran liegt, dass er in dem Teil präsenter ist. Beeindruckend spielt er die Rolle des GIs, der eine starke Verwandlung durchlebt. In Vietnam spendiert er seinem Freund noch eine Geliebte und wirkt sorglos. Später, zurück in Amerika, kümmert er sich fürsorglich um die im Krieg entstandenen Kinder. Mit dem Lied „Bui Doi“ beeindruckt er sowohl stimmlich als auch schauspielerisch. Elana Martin verkörpert die Rolle der Ellen, Chris Frau. Sie spielt die einfühlsame Ehefrau hervorragend und ihre Rolle bekommt mit einer eigenen Nummer noch mehr Tiefe.

Last, but not least:

Leo Tavarro Valdez

„The Engineer“. Am Ende des Stücks war für mich klar, dass diese Rolle eigentlich die eigentliche Hauptrolle ist. Der Engineer fügt das ganze Stück zusammen. Er ist quasi auch als eine Art Erzähler zu verstehen. Tavarro Valdez legt eine beeindruckende schauspielerische und gesangliche Leistung ab. Bis zum Schluss verkörpert er eindrucksvoll die Rolle des Engineers, der den Wunsch nicht aufgibt, nach Amerika zu fliehen, ins sogenannte „Wunderland“.

Fazit:

Miss Saigon ist für jeden Musicalliebhaber ein absolutes Muss. Die wunderschönen Melodien gepaart mit dem atemberaubenden Bühnenbild und dem grandiosen Ensemble schicken den Zuschauer knapp drei Stunden in eine komplett andere Welt. Ohne Happy-End, aber mit so viel Tiefgang und Gefühlen, wie es kaum ein anderes Musical schafft.

*Unbezahlte Werbung / alle Fotos und das Videomaterial sind Eigentum der Cameron Mackintosh Ltd und Johan Persson.

Sarah Weber ist als Journalistin und Bloggerin am Niederrhein unterwegs. 2015 hat sie ihren 2-Fach-Master in Germanistik und Niederlandistik an der Universität Duisburg-Essen abgeschlossen und ist seitdem wieder in ihrer Heimatregion unterwegs. Neben dem Schreiben engagiert sich die Wahlmoerserin auch in der lokalen Kulturszene. Auf ihrem Blog entdeckt die Journalistin die Schönheiten ihrer Heimat und lässt ihre Leser an ihrem Leben teilhaben. Mal ernsthaft, mal amüsant, aber zu 100 Prozent immer authentisch und mit Freude an ihrer Passion - dem Schreiben.