Light Walk Straelen

2.500 Menschen. Ein Meer aus Lichtern und Emotionen und eine Strecke von 7 Kilometern. Das war der erste Light Walk in Straelen für mich.

Laufen ist nicht wirklich meins – oder besser gesagt joggen. Aber beim Light Walk muss nicht gejoggt werden, sondern darf klassisch gelaufen werden. Diese Hürde war also genommen und die Anmeldung beschlossene Sache. Trotz Informationen vorab und Video-Ausschnitten aus den Niederlanden, dort gibt es diese Art von Lauf schon länger, konnte ich mir nicht wirklich vorstellen, was mich erwarten würde. Nur so viel vorab: dieser Abend wird noch lange in meiner Erinnerung bleiben. Die Veranstaltung fand zum allerersten Mal statt, weil sich ein engagiertes Ehepaar dazu entschlossen hat, diese grandiose Veranstaltung auch an den Niederrhein zu holen. Natürlich war noch nicht alles perfekt, aber das Engagement aller Helfer war einmalig.

Lasershow an der Paesmühle

Ich habe mich für den 7-Kilometer-Walk, den sogenannten Mini-Walk, entschieden und wurde deshalb mit den anderen Läufern vom Sportplatz in Auwel-Holt zum Startpunkt gebracht. Hier ging es dann leider erst mal nicht weiter. Anstatt um 18.30 Uhr, starteten wir eine Stunde später. Diese Wartezeit war etwas hart, da es richtig kalt war und gezogen hat. Als es dann aber endlich losging, wanderten wir als Erstes zur Paesmühle. Hier gab es eine wundervolle Lasershow. Das Bild von all den beleuchteten Menschen und der Lasershow war einmalig. Nach einer weiteren kleinen Unterbrechung ging es dann wieder weiter. Durch den Wald hindurch leuchteten ganz viele Rehe und Hirsche in weißer Beleuchtung auf. Ein wundervoller und zugleich leicht mystischer Anblick. Am Ende des Waldes wartete dann der bestrahlte Bulli der Niederrhein Nachrichten. Hier wurde Schokolade verteilt und ich bekam Motivationsumarmungen von den Kollegen. Einige Meter weiter folgte ein Schlagzeugspieler – davor eine Schattenfotowand. Im Prinzip musste man immer nur etwas laufen, bis ein neues Event auf einen wartete.

Schlagzeuger Light Walk Straelen
Schlagerzeuger entlang des Weges beim Light Walk Straelen.

Lagerfeuerromantik beim Light Walk Straelen

Und was ist mit der Verpflegung auf solch einer Strecke? Auch daran haben die Organisatoren gedacht. Es gab eine Würstchen-Station, an der Würstchen und Brötchen gereicht wurden, an einer anderen gab es Äpfel und wieder an einer anderen Tomaten. Aber auch Wasser und andere Getränke durften natürlich nicht fehlen. Auf einem langen Weg durch Felder waren zwei Trecker mit Wagen – einem Wohnwagen mit Herz in dem Fenster – fantastisch in Szene gesetzt. Kurz darauf kam eines meiner Highlights , aber der Reihe nach. Teilweise war es wirklich dunkel, was auch daran lag, dass ich relativ weit vorne gelaufen bin und viel Platz zwischen den Läufern war. Ein unbedachter Schritt und ich war in einer Pfütze gelandet. Also zumindest mein Schuh.

Verärgert über meine eigene Dummheit sah ich ein paar Meter weiter ein großes Lagerfeuer mit Bänken davor. Daneben saßen drei Musiker und sangen Lieder, wobei die Texte zum Mitsingen an eine Leinwand gestrahlt wurden. Das Feuer strahlte eine angenehme Wärme aus, was mich aber wirklich sehr berührte war dieser Moment: ich stand dort, hörte zahlreiche Menschen zu Liedern mitsingen oder summen, drehte mich um und blickte auf zahlreiche leuchtende Menschen in der Ferne. Obwohl es bereits stockdunkel war, leuchteten überall diese Lichter und gaben mir in diesem Moment ein unglaublich schönes Gefühl von Zusammengehörigkeit. Ein Herzensmoment, an den ich mit Sicherheit lange denken werde.

Feuertonnen entlang des Wohngebietes

Weiter ging es danach – wieder mit kurzem Getränkestopp und erster Verblüffung: Warum geht es nicht weiter entlang des Feldes, sondern durch eine Einwohnerstraße? Nach der ersten Abbiegung wurde das Geheimnis gelüftet. Die komplette Straße war gesäumt mit Feuertonnen und zahlreiche Bewohner hatten sich der Idee angenommen und ihre Häuser mit Lichterketten, Windlichtern und Kerzen geschmückt. Die Atmosphäre war wunderschön und ich war begeistert, wie sich alle engagiert hatten, um diesen ersten Light Walk zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Etwas weiter am Ende der Straße gab es dann noch ein Orchester, das verschiedene Lieder spielte und bei dem jeder Läufer selbst mal kurzerhand zum Dirigenten werden konnte. Eine sehr charmante Idee, die viele Läufer auch nutzen.

Musikverein Light Walk Straeln
Musikverein Auwel-Holt beim Light Walk Straelen.

Die letzten Meter beim Light Walk Straelen

Auf den letzten Kilometern folgten dann noch Feuerjongleure, weitere Lichter-Highlights und die Möglichkeit, in eine Blumenfabrik bei der Produktion hineinzuschnuppern. Durch die zahlreichen Events und Lichtinstallationen, kam die Strecke bei Weitem nicht so lang vor, obwohl es im Endeffekt wesentlich mehr als 7 Kilometer waren, die ich gelaufen bin (alleine schon, weil man bei den verschiedenen Events manchmal verweilte und auch hin- und herlief). Gegen 22.15 lief ich dann ins Ziel ein. Definitiv kaputt, aber auch ungemein glücklich. Glücklich über die geschafften Kilometer, aber vor allem auch glücklich über die vielen wunderschönen Erlebnisse und Momente, die ich an diesem Abend erleben durfte. Ob ich nächstes Jahr wieder dabei bin? Was für eine Frage! Natürlich.

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