Die gefühlte Sicherheit

Wie sicher oder unsicher fühlen wir uns, nachdem auch wir in Deutschland von einem Terroranschlag heimgesucht wurden? Wie sicher empfinden die Moerser ihre Heimatstadt? Und wie gehen sie mit aktuellen Großereignissen wie Karneval um?

Ibrahim Yetim, Landtagsabgeordneter der SPD, hat im Rahmen seiner Diskussion-Foren Ralf Jäger, Innenminister von NRW, zu einer Diskussion zum Thema “Sicher leben in Moers” eingeladen. Wie nicht anders zu erwarten, stieß das Thema auf große Resonanz. Im kleinen Saal gegenüber des Café Lyzeums fanden sich zahlreiche Menschen ein, um über das Thema “Sicherheit” zu diskutieren. Jäger machte deutlich, dass es “so sicher ist, wie es nur sein kann”. Eine 100-prozentige Sicherheit könne es aber nicht geben. Es war ein guter Auftritt des Innenministers, in dem er deutlich machte, dass es vor allem darum gehe, “unsere Freiheit nicht von Terroristen einschränken zu lassen.”

Und doch, trotz beruhigender Worte, schien es als ob viele Anwesenden sich längst nicht mehr so sicher fühlen, wie bislang. Jäger sagt, dass sei eine “emotionale Wahrnehmung, die auch mit der Wucht an Informationen zusammenhänge”, die wir bekommen. Mit Sicherheit nicht ganz falsch. Erst im Juli letzten Jahres sagte mir eine Kollegin, nach den Attentaten im Süden Deutschlands, dass sie sich jetzt weigere, weitere Artikel über Attentate und Anschläge zu lesen. Ist es das Zuviel an Informationen, das uns beunruhigt und dafür sorgt, dass wir die Gefahr anders wahrnehmen, als sie tatsächlich sind? Natürlich verändert sich unsere Wahrnehmung, wenn einem an jeder Ecke nur mit Terror und Angst entgegen geschlagen wird und bietet den Nährboden für ein Gefühl von Unsicherheit. Trotzdem finde ich es auch wichtig, dass darüber berichtet wird. Vielleicht ist es viel mehr unser Denken, das wir umpolen müssen. Ja, es geschehen schreckliche Dinge, aber die Wahrscheinlichkeit von einem Blitz getroffen zu werden, anstatt bei einem Terroranschlag ums Leben zu kommen, ist immer noch größer. Kaum zu glauben, aber es ist wirklich wahr. Lassen wir die, die uns verunsichern wollen, nicht unsere Gedanken bestimmen. Natürlich ist es okay, wenn man ein mulmiges Gefühl hat, wenn man kurz nach solch einem Attentat über einen Weihnachtsmarkt geht oder eine Großveranstaltung besucht, aber das Wichtigste ist: Tun wir es trotzdem. Sorgen wir dafür, dass unsere Gedanken positiv bleiben. Und vielleicht stecken wir andere mit unserer positiven Haltung ja an.

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