Ein Stückchen Sicherheit

Krav Maga. Den Begriff hatte ich nur entfernt mal gehört. Hat irgendetwas mit dem israelischen Militär zu tun. Was aber genau hinter Krav Maga steckt, entdeckte ich bei einem Probetraining in einer Krefelder Kampfsportschule.

Immer mehr und immer öfter fühlen sich Menschen unsicher auf offener Straße, aber auch in Kneipen oder Discos. Was ist wenn, ist stets die Frage, die in vielen Köpfen, nicht zuletzt seit der Silvesternacht 2015, kreist. Was ist, wenn mich jemand angreift? Was ist, wenn mich jemand belästigt? Was ist, wenn ich gar bedroht werde? Zum Glück bin ich bisher nur einmal nach einer Party in die Situation gekommen, dass ich Herzklopfen hatte und wegrennen musste. Passiert ist mir nichts, aber unwohl war mir schon. Ich mache zwar Sport, aber Selbstverteidigung? Damit kannte ich mich bis dato nicht aus.

Das änderte sich an einem Dienstag im Januar. Es ging für mich in die Krefelder Kampfsportschule von Mario Rütz zu einer Krav Maga Stunde. Krav Maga wurde fürs israelische Militär entwickelt und ist darauf ausgerichtet, dass die Teilnehmer in kurzer Zeit lernen, sich zu verteidigen. Am besten, ohne dass der Angreifer überhaupt in die Nah-Distanz kommt. So weit die Theorie. In der Praxis hieß es erst mal: Laufen zum Aufwärmen und kleine Übungen in der Dreier-Gruppe und am Schild machen. Das einzige Boxen was ich bisher gemacht habe, war an der Wii. Meine Schläge waren daher eher, sagen wir, sanft. Wie jemand zuschlagen kann, der bereits seit mehreren Jahren trainiert, merkte ich, als mein Trainingspartner aufs Schild schlug und ich fast durch den halben Raum gewirbelt wurde. Wow, da war Kraft hinter. Ich lernte, mit welcher Handstellung ich am Besten zuschlage, ohne mich selbst zu verletzen und bekam einen Einblick, wie man sich mit einfachen Griffen aus einer Umklammerung befreien kann. Eine sehr interessante Erfahrung, die mir definitiv mehr brachte als nur den Muskelkater am nächsten Tag.

Foto: Andrew Branch

 

Veröffentlicht in Blog