Hoch hinaus oder meine erste Mutprobe

Ich bin ein kleiner Angsthase. Wirklich. Und als der Termin beim VfS Krefeld anstand, hatte ich schon insgeheim die Befürchtung, dass das für mich ein harter Tag werden würde. Und vor allem einer, wo es hoch hinausgehen würde …

Als wir am Flughafen Krefeld-Traar ankamen, genoss ich erst mal die wirklich sehr idyllische Atmosphäre. Ein toller Ort zum Entspannen, vor allem, wenn die Sonne so schön scheint. Das sollte sich später übrigens grundlegend ändern. Nachdem wir das Interview mit den Niederrheinmeistern  Philippe Held und Timo Angenendt geführt hatten, wollten diese uns natürlich auch zeigen, was sie in der Luft drauf haben.

Können sie ja gerne machen, dachte ich mir, ich schaue mir das Ganze dann vom sicheren Boden aus an. Unsere Fotografin kam mir an der Startbahn aufgeregt entgegen gerannt: Sie durfte mitfliegen. Bei der Erklärung des Fallschirms zuckte mein Magen schon leicht zusammen. Gut, dass ich nicht in dem Segelflugzeug saß. Als Heike in der Luft war, sagte mir der Vereinsvorsitzende dann, dass ich gleich auch in die Luft dürfe. Dürfe. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass es jetzt auch nicht soo schlimm wäre, wenn das nicht klappe. Es klappte aber natürlich doch.

Irgendwie saß ich dann im Flugzeug und dachte mir, jetzt gibt’s keinen Weg zurück mehr. Vielleicht war ich aber auch leicht benebelt, da ich mir beim Einsteigen den Kopf gestoßen hatte. Als uns das Motorflugzeug in die Luft zog, war mir gut mulmig zumute. Vor allem, als ich rechts neben mir den ersten Blitz sah. Erschrocken wies ich Angenendt daraufhin und er meinte nur “ach, das passt noch”. So ganz sicher war ich mir da ja nicht. Aber ich bin ja auch keine Niederrheinmeisterin im Streckensegelflug. Die Aussicht war einmalig. Ich konnte sogar Moers sehen.

Als ich die Regenfront auf uns zukommen sah, sagte ich meinem geduldigen Piloten aber, dass wir ruhig wieder runter gehen können. Für jemanden, der schon angstvoll zuckt, wenn es bei einem Linienflug nach Mallorca leichte Ruckler gibt, war das schon eine wahre Leistung, wie ich finde. Als wir wieder auf dem Boden waren, musste ich trotzdem erst einmal durchatmen. Jetzt einen Tag später bin ich aber mehr als froh, das ich es gemacht habe. Meine erste Mutprobe im beruflichen Bereich. Ein dickes Dankeschön an die Piloten!

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