Eine Nacht im Schlafstrandkorb

Draußen unter dem Sternenhimmel schlafen, was gibt es Romantischeres? Eine Nacht am Strand im Schlafstrandkorb.

Als ich vor Ewigkeiten in einer Zeitschrift von Schlafstrandkörben gelesen habe, war ich direkt Feuer und Flamme. Schlafen direkt am Strand, Möwenschreie und Meeresrauschen inklusive, wie romantisch. So spukte dieser Gedanke schon lange in meinem Kopf herum und in diesem Sommer sollte er zur Realität werden. Es ging in die Perlebucht nach Büsum, wo vier Schlafstrandkörbe zum Schlafen am Strand einladen. Ich war ziemlich aufgeregt, als wir die Schlüssel beim Strandkorbwärter entgegen nahmen und in Richtung unseres neuen Domizils liefen. Schon bald tauchte der Schlafstrandkorb hinter einer Düne auf. Begeistert lief ich schnell hin, öffnete die zwei Schlösser und klappte unsere Schlafstätte auf. Ein Traum und richtig gemütlich schoss es mir durch den Kopf. Mit 1,30 x 2,40 Meter ist der Schlafstrandkorb groß genug für zwei und hat sogar einige kleine Fächer zum Verstauen von Habseligkeiten. Nachdem wir alles verfrachtet hatten, konnte das Abenteuer losgehen.

Jeder kann es sich gemütlich machen, wie er möchte.

Da es sich etwas zugezogen hatte, wurde der Schlafstrandkorb direkt mal auf seine Möglichkeiten zum Schlafen getestet. Ich stellte schnell fest, dass der laute Wind nicht ganz einfach zu ignorieren war, und konnte erst mal nicht schlafen. Da die Sonne aber kurze Zeit später durch unser kleines Bullauge ins Innere des Schlafstrandkorbes schien, wurde dieser kurzerhand wieder aufgemacht und die Sonne genossen. Schon echt praktisch, wenn man ganz entspannt im Strandkorb liegen und die Sonne genießen kann. Der eine oder andere Spaziergänger winkte uns zu, einige blieben sogar lächelnd stehen. Aufmerksamkeit zieht man in so einem Strandkorb schon auf sich, dessen sollte man sich bewusst sein. Lustig ist allerdings, dass man die Aufmerksamkeit der Menschen auch mitbekommt, wenn diese am wenigsten damit rechnen. Da der Wind in unsere Richtung blies, konnten wir immer Wortfetzen von den Gesprächen der Leute hören. Ganz abgesehen davon, wenn der Strandkorb geschlossen ist. Nur weil man niemanden sieht, heißt es nicht, dass niemand drin ist 😉

Der Ausblick aus dem Schlafstrandkorb.

Mit Käsehäppchen und einem leckeren Wein wurde der Abend begonnen. Nach einem Spaziergang ging es dann irgendwann zum Schlafen in den Strandkorb. Die Sanitäranlagen des Strandes durften wir die ganze Nacht über benutzen, hatten dafür sogar extra einen Schlüssel bekommen. Ebenfalls eine Taschenlampe, die sich später noch als sehr gut erwies. Also los, romantisches Liegen im Strandkorb, Rausches des Meeres und … Regen. Nun ja, nicht ganz das Geräusch, was wir uns erhofft hatten, aber okay. Einschlafen konnte ich irgendwie nicht. Alles war doch recht ungewohnt und neu, und als ich dann doch gerade eindämmerte, hörte ich es: Es donnerte. Erst weit entfernt und schon bald immer näherkommend. Meine Blase meldete sich ungefähr zeitgleich auch. Sehr praktisch, wenn das Toilettenhäuschen erst mal fünf Minuten Fußmarsch entfernt ist und es regnet wie aus Eimern. Mittlerweile waren wir beide wieder wach. Ich fragte noch, wie sicher so ein Strandkorb sei, hatte ich doch schon Bilder von einem brennenden, vom Blitz getroffenen, Strandkorb vor Augen. Eher unwahrscheinlich natürlich, aber man weiß ja nie. Das Gewitter hielt an. Der Druck auf meine Blase leider auch. Es fing an, klamm im Strandkorb zu werden. Ich überlegte, ob ich es wagen sollte, am Meer entlang zu rennen, entschied mich aber dagegen. Letzten Endes hörte es dann doch irgendwann wieder auf und wir wagten uns gemeinsam raus (Ich wollte erst nicht aufstehen, aber alleine im Strandkorb liegen bleiben, war auch keine Option für mich als Angsthase). Die Taschenlampe war Gold wert, denn es war stockdunkel. Und nass. Und mitten in der Nacht und deswegen auch irgendwie besonders. Magisch. Wie eine Momentaufnahme, die man immer im Herzen hält.

Nach dieser kleinen Wanderung fiel ich um halb fünf auch endlich in den Schlaf für vier Stunden. Als ich morgens wach wurde, war ich erschöpft. Und müde. Aber auch sehr glücklich. Ich würde es jederzeit wiederholen, nur vielleicht, wenn es geht, ohne Gewitter und Sturzregen, denn es gibt kaum etwas Magischeres, als eine Nacht so nah am Meer zu verbringen.