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Supper Club Duisburg – zu Gast bei Fremden

Zu Hause zu fremden Menschen gehen und sich bewirten lassen? Ihr seid neugierig, was sich dahinter verbirgt? Dann lehnt euch zurück und kommt mit auf kulinarische Reise zum Supper Club Duisburg.

Schon vor einigen Jahren hatte ich von Supper Clubs in Zeitschriften gelesen: Bei einem Supper Club kochen die Gastgeber für Fremde und machen (meist aus ihrem zu Hause) ein kleines Restaurant. Ein bisschen wie „das perfekte Dinner“, nur ohne die Bewertung und das die Gäste selbst ebenfalls aktiv werden müssen. Ganz im Gegenteil. Bei Natascha und Norman im Supper Club Duisburg wurde uns JEDER Wunsch von den Augen abgelesen und erfüllt.

Alle Fotos: Norman Riekeberg

Natascha hatte schon immer ein Faible fürs Kochen und auch Gastgeberin sein. Da die beiden Duisburger durch ihre Kids nicht mehr ganz so spontan abends weggehen können, entstand die Idee, das Essen und die Leute zu ihnen nach Hause zu holen. Mittlerweile veranstalten sie ihren Supper Club in Duisburg jeweils an einem Wochenende in Monat in ihrem wunderschönen Haus direkt am Rhein. Ja, ihr lest richtig: Die beiden wohnen direkt am Rhein. Aus ihrem Wohnzimmerfenster kann man die Schiffe vorbeifahren sehen. Einfach herrlich!

Willkommen im Supper Club Duisburg

Zu Beginn des Abends, der unter dem Motto „James Bond“ stand, gab es sogenannte „Casino Royale Häppchen“ und einen Appletini. Ich hatte Natascha vorab benachrichtigt, dass ich Vegetarierin bin, was aber gar kein Problem darstellte, da viele Gänge sowieso vegetarische Komponenten enthielten und Natascha ansonsten einfach superleckere Alternativen gezaubert hat. Dazu aber später mehr.

Erst mal wurde stilecht (bei diesem Dinner wurde passende Kleidung erwünscht) mit einem Appletini auf einen schönen Abend angestoßen. 12 (inklusive der Gastgeber 14) Menschen in einem Raum, die sich größtenteils noch nie vorher gesehen haben. Klingt spannend? Das war es auch!

Wer etwas Unbehagen hat und denkt, dass es eine komische Atmosphäre hervorruft, wenn man niemanden näher kennt, den kann ich beruhigen. Natascha und Norman haben direkt mit ihrer Gastfreundschaft eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen – mal ganz abgesehen von Nataschas Sinn für Ästhetik. Ganz im Ernst, in dieses Haus würde ich sofort mit Sack und Pack einziehen. Jede Ecke ist einfach nur wunderschön und mit so viele Liebe eingerichtet.

Aber abgesehen vom Ambiente war es auch spannend, die anderen Gäste kennenzulernen. Wer ist da ebenfalls zum Supper Club Duisburg gekommen? Und woher? Das Rätselraten ging fast schon los – wurde dann aber von Natascha gestoppt, die vorschlug, dass niemand seinen Beruf kundtun darf und zwischen den Gängen geraten werden musste. Ich sage euch, gar nicht so einfach. Ein paarmal hätte ich mich fast verplappert.

Der erste Gang: Grüße aus Moskau

Dass das Auge bekanntlich ja mit isst, weiß wohl jeder. Natascha hat sich bei jedem Gang allerdings wirklich selbst übertroffen. Zu Beginn gab es dreierlei Blini: einen mit gratiniertem Ziegenkäse, Rucola und Feige, einen mit Curry-Eiersalat und Kresse und einen mit Avocado, rote Bete und Limette. Ihr könnt euch gar nicht entscheiden, welches am verlockendsten klingt? Genauso ging es mir auch. Alle drei Blinis waren echt superlecker!

Norman ist zuvor herumgegangen und hat jeden erdenklichen Getränkewunsch erfüllt. Ob einen leckeren Wein, ein Bier oder andere Wünsche, jeder wurde hier mit ganz viel Liebe bewirtet.

Der zweite Gang: Goldfinger

Weiter ging es mit einer leckeren Suppe. Es gab eine rote Linsensuppe mit Knusper-Hühnchen (oder wahlweise Knusper-Tofu). Hmm, diese Suppe gepaart mit dem Tofustick war einfach nur köstlich und war im Nu auch schon verputzt. Bis zum nächsten Gang hatten wir jetzt etwas Zeit und konnten mit dem Berufe raten beginnen. Zuvor hatten wir mit allen etwas geplaudert, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Den richtigen Beruf zu erraten, war aber dennoch nicht ganz einfach und löste den einen oder anderen Lachanfall aus.

Der dritte Gang: Die Welt ist nicht genug

Während wir noch rätselten, ob der Herr mir gegenüber nun Lehrer sei oder im Büro arbeitet (Spoiler: er war Kriminalpolizist), kamen Natascha und Norman mit dem dritten Gang. Das britische Lieblingsessen „Fish und Chips“ gab es in abgewandelter Form mit Lachs vom Grill, Erbsenpüree, Sesam-Kartoffeln und Trüffelmayo. Ich sag euch, wenn ich nicht langsam schon recht voll gewesen wäre, hätte ich auch diesen Gang bis auf den letzten Bissen verputzt. Hmm, die Sesam-Kartoffeln mit der Mayo waren einfach grandios!

Der vierte Gang: Death by chocolate – Goldeneye

Wer mich kennt, weiß, dass ich eine Vorliebe für Nachtische habe. Und Kuchen. Und ein Nachtisch, der warmen, leicht flüssigen Kuchen und selbst gemachtes Eis beinhaltet, klingt nicht nur traumhaft, sondern ist es auch. Wenn ich jetzt an dieses fluffige Schokoladenküchlein zurückdenke, das innen flüssig war und im Mund mit dem Eis zu einer Geschmacksexplosion verschmolzen ist, möchte ich mich am liebsten zurück beamen!

Aber wie wunderschön sieht diese Deko dazu auch aus? Und natürlich war alles essbar, auch die süßen goldenen Sternchen. Da hat mein Dekoherz direkt schneller geschlagen!

Bei einem Supper Club ist es übrigens klassischerweise so, dass die Gastgeber lediglich eine Spende für die Zutaten und Getränke nehmen und daran nichts verdienen möchten.

Es gibt übrigens bei Natascha und Norman viele Wiederholungstäter, wie wir erfahren haben. Kein Wunder, wie ich finde, denn nach diesem gelungenen Abend mit all den Leckereien wäre ich auch sofort wieder dabei! Jeder Monat steht übrigens unter einem anderen Motto: Als Nächstes geht es kulinarisch in den Orient, danach in die mallorquinische Küche.

Wollt ihr euch mal am Supper Club Duisburg teilnehmen? Dann schaut mal hier bei Natascha und Norman vorbei!

Übrigens, die nächsten Ideen für Entdeckungen am Niederrhein stehen schon und es wird bald neue Blogposts geben. Folgt mir gerne auf Instagram und Facebook und erfahrt, wenn es etwas Neues gibt. Bis bald!

Sarah Weber ist als Journalistin und Bloggerin am Niederrhein unterwegs. 2015 hat sie ihren 2-Fach-Master in Germanistik und Niederlandistik an der Universität Duisburg-Essen abgeschlossen und ist seitdem wieder in ihrer Heimatregion unterwegs. Neben dem Schreiben engagiert sich die Wahlmoerserin auch in der lokalen Kulturszene. Auf ihrem Blog entdeckt die Journalistin die Schönheiten ihrer Heimat und lässt ihre Leser an ihrem Leben teilhaben. Mal ernsthaft, mal amüsant, aber zu 100 Prozent immer authentisch und mit Freude an ihrer Passion - dem Schreiben.

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